Projekt gegen Gewalt an Frauen mit Behinderung Gruppenbild

Das Bewertungsteam des Qualitätsmanagements der Johannes-Diakonie vergab in diesem Jahr den 1. Preis für „Beste Arbeit“ in der Kategorie „Inklusion“ 2016 für die „Schulung Frauen-Beauftragte“!

Das Projekt trägt dazu bei, den Aktionsplan der Johanens-Diakonie und die Inhalte der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Die teilnehmenden Frauen waren sehr offen und engagiert

und gingen am Ende der Fortbildung mit einem gestärkten Selbstbewußtsein und Selbstsicherheit daran, sich selbstbestimmt und selbstbewußt für die Belange anderer Frauen in ihren Einrichtungen einzusetzen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2012 (Schröttle & Hornberg) sind Frauen mit Behinderung deutlich häufiger von Gewalt betroffen, als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt – auch von sexualisierter Gewalt. Sie haben jedoch deutlich weniger Unterstützung, wenn sie Gewalt erleben als andere Frauen.

Leider finden Frauen mit Behinderungen nur selten den Weg in eine geeignete Fachberatungs-stelle. Sie wissen nicht, dass es Hilfen gibt oder trauen sich nicht, über das Erlebte zu sprechen.

Darum ist es dem Frauennotruf gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen e.V. ein großes Anliegen, sich diesem brisanten Thema anzunehmen.

Durch eine sehr gute Kooperation mit der Johannes-Diakonie in Mosbach, einer der ältesten Einrichtungen der Behindertenhilfe in Süddeutschland, konnten gleich mehrere Projekte verwirklicht werden: Neben der Schulung von sechs Frauen-Beauftragten in der Johannes-Diakonie, welche den o.g. Preis erhielt, wurden zwei Workshops für Frauen mit Behinderung durchgeführt. Außerdem fanden eine Informationsveranstaltung sowie eine eintägige Fortbildung für Mitarbeitende statt.

Für die Schulung von Frauen-Beauftragten wurden zunächst eine Frau mit Lernschwierigkeiten, die im Berufsbildungsbereich der Johannes-Diakonie tätig ist, und eine Mitarbeiterin des Frauennotrufs im Tandem zu „Trainerinnen für Frauenbeauftragte in Werkstätten und Wohneinrichtungen“ geschult. Diese Schulung wurde durchgeführt von Weibernetz e.V., Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung.

Nun konnten durch das Trainerinnen-Tandem für verschiedene Bereiche der Johannes-Diakonie Frauen-Beauftragte als Ansprechpartnerinnen geschult werden. Als ein wirksames Instrument zur Gleichstellung, Prävention und Intervention von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung. Diese niederschwelligen Ansprechfrauen können betroffene Frauen z.B. im Falle von sexualisierter Gewalt an den Frauennotruf verweisen. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag i.S. der Inklusion, durch leichteren Zugang der Frauen aus Einrichtungen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen zu (Fach)Beratungsstellen, wie z.B. dem Frauennotruf und anderen Unterstützungsangeboten.

Außerdem nimmt der Frauennotruf am Projekt Gela teil. Gela: Gewaltfrei leben und arbeiten – ein Projekt zur Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Frauen mit Behinderung. Das Projekt wird von Fetz Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V. durchgeführt und über Landesmittel finanziert.

Einrichtungen der Behindertenhilfe haben hier die Möglichkeit, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen für Mitarbeitende sowie Angebote für die Frauen mit Behinderung zu bekommen. Die Kosten für diese Veranstaltungen im Rahmen des Gela-Projektes werden vom Sozialministerium Baden-Württemberg getragen.

Interessierte können sich gerne unter 06221 – 181622 an uns wenden. Ansprechperson Dipl.-Psych. Susanne Falk